Nidbärgschrinzer

Gründung

Die Geburt der Nidbärgschrinzer wurde der Welt im «Sarganserländer» folgendermassen verkündet: «Im Sommer 1992 wurde in Mels eine neue Fasnachtsguggämusig gegründet. Die Fasnachtsformation zählt 38 Mitglieder, mehrheitlich Jugendliche aus der Melser Jugendmusik. Ihr Ziel ist es, die Fasnacht in Mels zusätzlich zu beleben und viele Fasnachtsnarren mit ihrer Musik zu begeistern.»

Märtbeizli

Bald schon konnten die Einnahmen mit den steigenden Vereinsausgaben des wachsenden Vereins nicht mehr Schritt halten und man musste sich um neue Geldquellen bemühen. So wurde die Nidbärgschrinzer-Märtbeiz ins Leben gerufen. Alljährlich am Bartholomäusmarkt veranstalten die Schrinzer seitdem— anfangs vor dem Restaurant Schweizerhof, nun auf dem Traubenplatz — eine Festwirtschaft mit Barbetrieb und Tanzmusik, was bis heute grossen Anklang findet.

Iihutlättä mit Fasnachtsgesellschaft und Böllni Guggä

Der noch junge Verein bemühte sich schon früh um die Aufwertung der Melser Fasnacht. Der damalige Nidbärgschrinzer-Vorstand prägte den Gedanken, einen Morgästreich in Böllenhausen einzuführen. Gedacht, getan. Nach intensiver Vorarbeit und Abklärungen mit der Melser Fasnachtsgesellschaft sowie der Böllni Guggä konnte der Anlass am Schmutzigen Donnerstag, morgens um sechs Uhr zum ersten Mal durchgeführt werden. Die beiden Melser Guggen, angeführt von zahlreichen Schulkindern mit brennenden Fackeln in der Hand, guggneten mit heissen Rhythmen die Melser Fasnacht 1996 ein. Trotz klirrender Kälte zog es überraschend viele Besucher auf den Dorfplatz. Da dieser Anlass noch keinen Namen trug, wurde anlässlich der Nidbärgschrinzerbeiz am Bartholomäusmarkt ein Wettbewerb für einen originellen Namen für den Morgenstreich durchgeführt. Der Name «ii-huttlätä» machte schliesslich das Rennen. Die «ii-huttlätä» entwickelte sich zu einem der wichtigsten Eckpfeiler der Melser Fasnacht. Jedes Jahr läuten seitdem über ein Dutzend regionaler Guggen vor einem rappelvollen Dorfplatz und tausenden von Fasnächtlern die Fasnacht ein.

Nidbärgschrinzer Live Night

Ein weiterer dieser Eckpfeiler der Melser Fasnacht ist die Nidbärgschrinzer Live-Night, die am 23 Februar 1998 zum ersten Mal auf dem Melser Dorfplatz aufgeführt wurde. Damit wagte man sich auf Neuland, gehörte doch ein guggenmusikalisches Open-Air-Konzert nicht gerade zum Fasnachtsalltag. Abklärungen mit Gemeinde, Anwohnern und der Fasnachtsgesellschaft mussten im Vorfeld getroffen werden. Die Abhängigkeit vom Wetter, Probleme mit der Verkehrsregelung sowie schneller Auf- und Abbau der Bühne umgeben von fasnächtlichem Treiben stellten bedeutende Anforderungen an die Organisation. Ungewiss waren ebenfalls die Reaktionen seitens der Bevölkerung, der Publikumsaufmarsch sowie die Kostenfrage. Die Anspannung der Nidbärgschrinzer war gross, doch der Erfolg blieb nicht aus. So war in der Zeitung zu lesen «Unüberhörbar breiteten sich am Montag kurz vor Mitternacht die Klänge der Nidbärgschrinzer auf dem Melser Dorfplatz aus. … Hätten die Ahnen von den Nidbärgschrinzern gewusst, hätten sie den Dorfplatz geräumiger geplant. Rund um die improvisierte Bühne scharten sich Unmengen von gespannt auf das Konzert wartenden Fasnächtlern. … In einem Meer von bunten Lichtern stachelten ihre Hits die jubelnden Hände, die grölenden Kehlen und die tanzenden Beine an. Niemand konnte sich der ausgelassenen Stimmung entziehen.»

Dieser Erfolg hält bis heute an. Jährlich dürfen wir – zusammen mit einer ausgewählten Gastguggä – am Fasnachtsmontag vor einem rappelvollen Dorfplatz unser Repertoire zum Besten geben.

CDs & Streaming

Mit grossem Enthusiasmus machte man sich 1995 an die ersten CD-Aufnahmen.

Im Jahre 1999 nahm man die zweite CD auf, die fast schon legendäre «Millenium Baby». Durch diesen Tonträger wurde 2000 gar der berühmte Moderator des Musikantenstadels, Karl Moik, auf die Schrinzer aufmerksam und lud sie prompt zu einem Auftritt in seiner im ganzen deutschsprachigen Raum ausgestrahlten Fernsehshow ein.

Bald darauf, 2004, folgten die nächsten CD-Aufnahmen. Diese absolvierten die Schrinzer in einem professionellen Aufnahmestudio und das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen oder hören lassen. Schlicht und einfach «Sound» wurde dieses Meisterstück getauft – Nomen est Omen.

Die nächste CD folgte sodann im Jahr 2011. Diese Sammlung von Schrinzer-Hits wurde am 11.11.11. auf den Namen «Time of my Life» getauft. Auch dies ein Titel, der vielen aktiven und ehemaligen Nidbärgschrinzern aus der Seele spricht.

Die 5. Tonaufnahme des Albums «Auf Uns» wurde im Jahr 2023 wiederum in einem professionellen Aufnahmestudio aufgenommen. Mit dieser Tonaufnahme kam der unvergleichliche Schrinzer-Sound endlich auch auf die gängigen Streaming-Plattformen wie Apple Music, Spotify, Youtube Music.

Tour

Getreu dem Vereinszweck, die Fasnachtszeit mit guter Guggenmusik zu bereichern, touren die Nidbärgschrinzer in der Zeit von Anfang Januar bis zum Fasnachtsdienstag jeweils hauptsächlich durch das Sarganserland und durch die benachbarten Regionen.

Mit der Zeit konnten die Nidbärgschrinzer aber auch internationales Aufsehen erregen. Unvergessen sind die Teilnahme an den offiziellen Neujahrsfestlichkeiten in Paris auf der Champs Elysees im Jahr 2001, der Fernsehauftritt in der «Wernesgruner Musikantenschenke» im MDR im Jahr 2002, der Auftritt am opulenten Geburtstagsfest des wohl grössten Nidbärgschrinzer-Fans im Jahr 2009 in Denver, die Auftritte am Ski-Weltcup 2012 in Adelboden, der Tour de Ski 2014 sowie am Ski-Weltcup in Garmisch-Patenkirchen in den Jahren 2018, 2019, 2020. Im Jahr 2025 wurden die Nidbärgschrinzer dann sogar von der Stadt Shanghai an das Shanghai Tourist Festival nach China eingeladen – eine Einladung der gerne Folge geleistet wurde.

Auch in der aktuellen Fasnachtssaison dürfen die Nidbärgschrinzer mit ihrem unvergleichlichen und weit über Mels hinaus bekannten Guggensound zu einer gelungenen, musikalischen und freudigen Fasnacht beitragen. Wir haben noch lange nicht genug!

Denn in all diesen Jahren hat sich unser Wahlspruch nicht geändert:

Freud Ha!